
Eine Jugendorganisation setzt sich für bessere Information, stärkere Verantwortung und mehr europäische Solidarität ein: Die YES (Young European Swiss).
Am Wochenende schnell in Mailand zum Shopping. Die Euros dazu in Niederbipp am Bancomaten bezogen. Wieder zurück in der Schweiz das übrig gebliebene Kleingeld an einem SBB-Automaten im Bünderland verwendet.
Heute Morgen kurz per Skype mit der Studienkollegin geplaudert. Sie ist gerade in Schweden im Erasmussemester und jobbt jetzt nebenbei in einer Bar; die Arbeitsbewilligung erhielt sie ganz unkompliziert.
Heute Abend geht’s ins Openair-Kino. Gezeigt wird zum Glück ein europäischer Film, unterstützt durch das Programm MEDIA der Europäischen Kommission.
Die Schweiz, Europa, und unsere guten alten Grenzen
Man fragt sich: «Was ist mit den guten alten Grenzen geschehen?» Weg sind sie nicht, doch haben sie an Bedeutung verloren. Die europäische Integration setzt neue Massstäbe für das Zusammenleben. Die Jugend von heute ist auf einem Kontinent aufgewachsen, der noch nie eine so lange Friedensperiode gekannt hat.
«Alles paletti!» dürfte man meinen. Oder nicht? Die Schweiz profitiert in grossem Mass von dieser Integration. Doch anstatt das Projekt mitzutragen, im Europäischen Parlament und im Rat bei den Entscheidungen mitzureden und aktiv Verantwortung zu übernehmen, schicken sie lieber ihre Unterhändler nach Brüssel, um in komplizierten Verhandlungen einige wenige Rosinen herauszuschlagen. Die Politik nennt das «Bilateralismus» und «autonomer Nachvollzug» und meint damit Trägheit und Starre.
Und was mit der YES?
Nicht alle freuen sich darüber. Auch in der Schweiz gibt es junge Leute, die sich als Europäer fühlen und als Europäer handeln, jedoch auf dem Papier keine Europäer sein dürfen. «Young European Swiss» [1] nennen sie sich, und der Name ist Programm. Die YES ist eine parteiunabhängige, jugendpolitische Organisation, welche sich für eine aktive Beteiligung der Schweiz am europäischen Integrationsprojekt einsetzt. Die YES sensibilisiert und informiert. Mit Kampagnen und Veranstaltungen erklärt sie Gleichaltrigen den Sinn und die Wichtigkeit einer Teilnahme der Schweiz an Europa. Mit Debatten und Aktionen bringt sie der Jugend die europäische Integration näher.
Dazu gehört auch das Programm «europe@school»: Zusammen mit dem EYP organisiert die YES Europatage an Mittelschulen. Objektiv informieren wir über die Geschichte unseres Kontinenten und seiner Institutionen, über das Funktionieren der Europäischen Union und die Beziehungen der Schweiz zu ihren Nachbarn. Gemeinsam wollen wir Schülerinnen und Schüler für das Tagesgeschehen begeistern und und den Weitblick fördern. Ob sie beim nächsten Interneteinkauf an den Binnenmarkt denken, bleibt wohl offen. Versucht haben wir’s auf jeden Fall.



