Weit gefehlt: Am 20. und 21. Januar 2007 gelang es den Jungen Europäischen Föderalisten Saar (JEF) nicht nur, die saarländischen Jugendparteien an einen Tisch zu bekommen; die Mitglieder der Grünen Jugend, der Jungen Liberalen, der Jungsozialisten und der Jungen Union verstanden sich auch noch prächtig und verabschiedeten sogar eine gemeinsame Erklärung.
Wie konnte das passieren? Nun, vielleicht war auch das Thema, um das es bei der Tagung in der Europäischen Akademie Otzenhausen (EAO) ging, ein wenig mit verantwortlich für die friedliche Stimmung: Die Vorträge und Diskussionen drehten sich um die Chancen des Saarlandes im Rahmen der europäischen Integration im allgemeinen, und um die mit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit des Saarlandes mit seinen Nachbarregionen verbundenen Möglichkeiten im besonderen.
Bereits seit Jahrzehnten arbeiten das Saarland, Lothringen, Luxemburg und Rheinland-Pfalz eng zusammen. Seit einigen Jahren wurde auch die belgische Region Wallonien Mitglied des Kooperationsraumes, der sich als Großregion oder Großregion SaarLorLux bezeichnet.
Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Regionen ist eine besondere, häufig wenig beachtete Facette des europäischen Integrationsprozesses. In den nationalen Hauptstädten wird sie oft belächelt. Aber für Regionen wie das Saarland, die sich in einer nationalen Randlage befinden, bietet sich hier die Chance, gemeinsam mit den Nachbarregionen diese Randlage zu überwinden und (im Falle des Saarlands) zu einem zentralen europäischen Standort zu werden.
Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Regionen ist eine besondere, häufig wenig beachtete Facette des europäischen Integrationsprozesses.
Das gilt natürlich ebenso für Lothringen, schließlich ist die Großregion geografisch zwischen den europäischen Metropolen Brüssel, Straßburg, Paris und Frankfurt angesiedelt. Die jungen Nachwuchspolitiker aller Parteien waren sich jedenfalls einig: Die mit dem Abbau der Grenzen verbundenen Chancen müssen genutzt werden, und zwar in vielen Bereichen.
In einer gemeinsamen Erklärung forderten sie unter anderem einen Ausbau des grenzüberschreitenden öffentlichen Nahverkehrs und eine stärkere Vernetzung der Hochschulen in der Großregion.
Es soll aber nicht bei den Forderungen und Anregungen von saarländischer Seite bleiben. Noch in diesem Jahr plant die JEF Saar, gemeinsam mit den Jeunes fédéralistes européens aus Lothringen und der JEF Luxemburg, die bereits an der Auftaktveranstaltung teilgenommen haben, eine Tagung mit Vertretern der politischen Jugendparteien aus der gesamten Großregion.




