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Brief an die herzlose Hetzerin: Beatrix von Storch

Kolumne „Ein Brief an Europa“

, von  Tobias Gerhard Schminke

Beatrix von Storch und die Alternative für Deutschland steht der Ausschluss aus der eurokonservativen ECR-Fraktion bevor. Tobias Gerhard Schminke schreibt ihr daher einen „Dankesbrief“.

Der Brief an Europa geht in dieser Woche an Beatrix von Storch von der Alternative für Deutschland – © Metropolico.org / Flickr

Autoren

  • ist Chefredakteur von treffpunkteuropa. Zudem ist er Initiator des europeanmeter und @EuropeElects. Er studiert im B.A. Publizistik und Politikwissenschaft an der Universität Haifa und an der Johannes-Gutenberg Universität Mainz. Aktuell arbeitet er als freier Mitarbeiter für die Rhein-Zeitung. Zuvor war Schminke für MdB Gabi Weber, beim Meinungsforschungsinstitut TeleMatrix und beim ZDF tätig.

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Liebe Beatrix von Storch,

ich schreibe dir einen Brief, damit du dich freust.

Im Moment finden dich ja irgendwie alle doof. Ich dagegen glaube, dass dir eine ganz besondere Aufgabe bevorsteht: Die Demaskierung der Alternative für Deutschland. Du machst da einen sehr guten Job!

Mit deiner Äußerung, dass man Flüchtlinge an der Grenze abknallen soll, bist du auf wenig Gegenliebe gestoßen. Dabei hast du ja eigentlich recht, wenn man der Denke deiner Partei logisch folgt: „Grenze zu!“ heißt „Alle müssen draußen bleiben“. Das funktioniert nicht mit Süßigkeiten oder netten Diskussionen mit Migranten, die die Grenze überqueren wollen. Familien, die vor unvorstellbarem Leid, Verfolgung und Krieg fliehen, um ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen, lassen sich nicht von Zäunen oder Mauern aufhalten. Das sieht man in Ceuta, in Ungarn oder im Mittelmeer. Diese Menschen sind taff. Die wissen, was sie wollen. Folgt man der Logik der Alternative für Deutschland, muss man sie schon abknallen, damit sie nicht ins Land kommen.

Du hast das ganz klar gesagt, auch wenn du später meintest, du hättest es so nicht gemeint. Aber deine Kernanhängerschaft hat sicher verstanden. „Nebenkampagne“ heißt das in der Politikwissenschaft: den Radikalen signalisieren: ich bin noch die Alte und dem Mainstream zeigen: eigentlich bin ich ganz bürgerlich. Dabei hast du exzellent gezeigt, wie sehr ihr unser Grundgesetz, die europäischen und internationalen Gesetze missachtet. Du hast ganz klar gezeigt, wie krank und menschenverachtend euer Programm ist. Und dass nur erschossene Kinder an deutschen Grenzen die eigentliche Alternative zu Merkels politischem Grundsatz der Willkommenskultur sind. Danke für diese Ehrlichkeit. Und eure „Obergrenze von Null“ und „Wir wollen das gar nicht schaffen?“ bedeutet dann vermutlich die Wiederinbetriebnahme von Auschwitz nehme ich an? Oder meinst du, dass wenn du die Menschen zurück in den Krieg karrst, dass sie dann dort bleiben? Arbeitet ihr schon an der Endlösung der Flüchtlingsfrage?

Trotzdem würde noch immer jeder Zehnte in Deutschland deine Partei wählen. Abschaffung der Pressefreiheit, Gewalt gegen Kinder an Schulen, Steuererhöhungen für arme Familien. Jeder, der sich ernsthaft mit Politik auseinandersetzt und euer Programm in den Ländern liest, muss sehen, dass die AfD ein Krebsgeschwür der europäischen Demokratie ist.

Aber auch in dieser Woche hast du in besonderer Weise daran gearbeitet, zu zeigen, wie unberechenbar deine Partei ist. Und weil du und viele deiner Kollegen das fortwährend tun, hat man euch ja auch aus der rechtsgerichteten ECR-Fraktion im Europaparlament ausgeschlossen. Selbst denen wart ihr zu rechts und zu verrückt.

Wenn du so weiter machst, wird auch der Letzte begreifen, wie herzlos und unwählbar ihr eigentlich seid.

Deshalb liebe Beatrix von Storch, weiter so!

Mit besten Grüßen

Tobias Gerhard Schminke

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Ihr Kommentar

  • Am 16. März um 13:52, von  Stefanie.S Als Antwort Brief an die herzlose Hetzerin: Beatrix von Storch

    Wahre Liebe läßt den Verstand zu. Das gilt auch für die Nächstenliebe. Von Verstand sehe ich hier allerdings nichts.Flüchtlinge müssen draussen bleiben. Keine Einladungen mehr an den politischen Islam und den ganzen Ärger der damit zusammenhängt, wie Kopftuch, Burka, Scharia. Ich habe keine Lust, die nächsten Jahre um den Erhalt unserer demokratischen Werte zu kämpfen. Gegen fundamentalistische Moslems, die sich nicht integrieren wollen, sondern die um die Installation ihrer verfassungsfeindlichen Werte in unsere Gesellschaft kämpfen.

  • Am 16. März um 13:53, von  Stefanie.S Als Antwort Brief an die herzlose Hetzerin: Beatrix von Storch

    Wahre Liebe läßt den Verstand zu. Das gilt auch für die Nächstenliebe. Von Verstand sehe ich hier allerdings nichts.Flüchtlinge müssen draussen bleiben. Keine Einladungen mehr an den politischen Islam und den ganzen Ärger der damit zusammenhängt, wie Kopftuch, Burka, Scharia. Ich habe keine Lust, die nächsten Jahre um den Erhalt unserer demokratischen Werte zu kämpfen. Gegen fundamentalistische Moslems, die sich nicht integrieren wollen, sondern die um die Installation ihrer verfassungsfeindlichen Werte in unsere Gesellschaft kämpfen.

  • Am 22. März um 16:18, von  Willibald Als Antwort Brief an die herzlose Hetzerin: Beatrix von Storch

    Frau Stefanie, auch wenn Ihr Kommentar schon einige Tage alt ist möchte ich darauf zurückkommen. Sie schreiben, Sie hätten „keine Lust, die nächsten Jahre um den Erhalt unserer demokratischen Werte zu kämpfen.“ Schämen Sie sich. Sie sollten immer dafür kämpfen, denn diese Demokratie ist es wert. Sie ermöglicht uns allen ein Leben in Menschenwürde, sie basiert auf unveräußerlichen Menschenrechten, und Sie haben „keine Lust“ dafür zu kämpfen? Warum nicht? Wer soll das denn Ihrer Meinung nach für Sie tun?

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