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Die abgelegensten Orte der EU: Curaçao

, von  Cristina Bettati

Vier der 24 Amtssprachen der Europäischen Union werden auf der Karibikinsel Curaçao gesprochen: Niederländisch, Englisch, Spanisch und Portugiesisch. Dazu kommt auch die Kreolsprache Papiamentu, die aus einer Mischung all dieser vier europäischen Sprachen besteht. Auf der zum Königreich der Niederlande gehörenden Insel wohnen Menschen von mehr als 50 Nationalitäten.

Bunte Fassaden prägen das Stadtbild der Hauptstadt Willenstad – © Howard Lifshitz/ Flickr (Link) / CC BY-SA 2.0-Lizenz (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/)

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Grund dieser Vielfalt ist die lange Geschichte der Insel, die schon seit 4000 vor Christus von den indianischen Ureinwohnern Arawak bewohnt war. Mit der Besiedlung der Spanier im Jahre 1499 wurden die Arawak zum Teil getötet, zum Teil zu Zwangsarbeiten aufs Festland gebracht. 1634 wurde die Insel durch die niederländische Westindien-Kompanie erobert, und seitdem - mit Ausnahme von kurzen französischen und englischen Eroberungen - ist die Insel niederländisch. Von 17. bis zum 19. Jahrhundert wirkte Curaçao als einziges Zentrum für den karibischen Sklavenhandel: Die Sklaven wurden von Afrika bis zur Insel transportiert, und von dort aus nach Südamerika oder der Karibik gebracht. Mit der Abschaffung der Sklaverei von Seiten der Niederlande im Jahre 1863 verlor die Insel wirtschaftlich an Bedeutung.

Erst als in Venezuela in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhundert Erdöl und andere Rohstoffe entdeckt wurden, konnte sich die Wirtschaft der Insel wieder erholen. Die Lage Venezuelas war nämlich allzu instabil und unsicher, um direkt dort das Erdöl zu verarbeiten. Das niederländische Mineralöl- und Erdgasunternehmen Shell entschied sich also dafür, in der nahen und ruhigen Willemstad – die einzige Stadt und daher die Hauptstad der Insel Curaçao – die Erdölraffinerie zu bauen, die noch heute eine der größten der Welt ist. Die Umweltauswirkungen der Raffinerie sind seit Langem ein Thema für verschiedene Umweltschutzorganisationen, welche die Ölanlagen lieber abgerissen sehen würden. Von 1954 bis 2010 gehörte Curaçao zusammen mit den anderen fünf niederländischen Karibikinseln Aruba, Bonaire, Saba, Sint Eustatius und St. Martin dem Landesverband der Niederländischen Antillen an. Nach zwei Volksabstimmungen in den Jahren 2005 und 2009 wurde das Überseegebiet am 10. Oktober 2010 schließlich aufgelöst. Damit wurde Curaçao ein eigenständiges Bundesland des Königreichs der Niederlande.

Heute basiert sich die Wirtschaft der Insel auf Erdöl, Hafen und Offshore-Banking. Der größte Devisenbringer ist aber mit Abstand der Tourismus. Rund 340.000 Besucher werden jährlich von den 150.000 Inselbewohnern empfangen. Gelockt werden die Touristen sowohl von den Traumstränden und dem Wasser der Insel als auch von deren Klima. Dank ihrer sogenannten Lage „unter dem Winde“ wird Curaçao im Vergleich zu den Inseln im nördlichen Teil der Antillen selten von Hurrikanen betroffen und hat ein weitaus trockeneres Klima. Die Temperaturen liegen das ganze Jahr hindurch zwischen 24 °C und 32 °C.

Besonders beliebt ist die Insel bei niederländischen Rentnern, die von Dezember bis April in den farbigen Kolonialbauten der Hauptstadt Willemstad überwintern. Junge Leute und Nachtschwärmer bevorzugen den südwestlichen Stadtteil Otrobanda, der verschiedene Bars direkt am Meer bietet. Da das Korallenriff sehr nah an der Küste liegt und in wenigen Minuten vom Strand aus erreichbar ist, wird Curaçao auch als Tauchbasis für Anfänger genutzt. Kulinarische Spezialitäten sind gekochter Leguan und der Likör Curacao, der aus der Schale der Pampelmuse hergestellt wird und je nach beigegebenen Farbstoff blau, rot, grün oder gelb sein kann.

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