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Die abgelegensten Orte der EU: Falklandinseln

, von  Cristina Bettati

Rund 4337 Kilometer entfernt vom Südpol befinden sich die Falklandinseln. Rund 4337 Kilometer entfernt vom Nordpol befindet sich der Sitz ihres Staatsoberhaupts, der Königin Elizabeth II. Abgelegener voneinander könnten die zwei Länder nicht sein, und trotzdem gehören sie irgendwie zusammen. Die Falklandinseln - auch Malwinen genannt - sind nämlich ein Überseegebiet des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland. Sie verwalten sich autonom, stehen aber trotzdem unter britischer Souveränität.

Auf den Falklandinseln leben zahlreiche Pinguinarten. – Liam Quinn © Flickr/Flickr/ CC BY-SA 3.0-Lizenz 

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Obwohl schon im Jahre 1592 von Briten entdeckt, wurde die Inselgruppe erst 1690 vom englischen Seefahrer John Strong betreten, welcher der Meeresenge zwischen den beiden Hauptinseln zu Ehren des Schatzmeisters der Marine – Anthony Cary, des fünften Viscounts Falkland – den Namen Falkland Channel gab. Mit dem gleichen Namen wurden später alle 200 Inseln bezeichnet, aus der die heutigen Falklandinseln bestehen. Der Name Malwinen stammt hingegen aus dem Jahre 1763, als Seeleute der bretonischen Hafenstadt Saint-Malo – malouins genannt – die Inseln siedelten. In französischen Händen blieb die Inselgruppe aber nicht lange: schon drei Jahre später wurde sie an Spanien übergeben und 1810 von Argentinien in Besitz genommen, als das südamerikanische Land seinen Befreiungskrieg gegen das spanische Kolonialreich führte.

Von 1833 an behauptete das Vereinigte Königreich seine Ansprüche, indem es erst einen Flottenstützpunkt und später eine Kolonialverwaltung auf der Insel errichtete. Seitdem sind die Falklandinseln ein Gegenstand von Territorialstreitigkeiten zwischen Großbritannien und Argentinien, welche 1982 mit der Auslösung des zweimonatigen Falklandkriegs ihren Höhepunkt erreichten. Der kurze aber blutige Krieg kostete über 900 Menschen das Leben - vor allem Argentinier. Seitdem sind britische Soldaten auf den Inseln stationiert.

Im letzten Jahrzehnt hat schließlich die vermutete Entdeckung großer Ölvorkommen vor den Inseln viele lateinamerikanischen Regierungen dazu gebracht, sich mit Argentinien zu solidarisieren. Der ungebrochene Anspruch des südamerikanischen Landes auf die Falklandinseln hat 2013 zu einer Volksabstimmung über den zukünftigen politischen Status der Inselgruppe geführt. 99,8 Prozent der stimmberechtigten Bewohner - das heißt 1535 Personen - sprachen sich für einen Verbleib bei Großbritannien aus, nur drei stimmten dagegen. Argentinien hat bisher das Ergebnis des Referendums nicht anerkennen wollen.

Die Falklandinseln sollten aber nicht nur als politischer Knackpunkt weltweit bekannt sein, sondern auch als Naturparadies. Das prächtige natürliche Habitat der Inseln wurde sogar vom britischen Naturforscher Charles Darwin genutzt, der im 19. Jahrhundert dort seine Evolutionsforschungen zweimal unternahm. In der Tundra der Inselgruppe wohnen nämlich 63 heimische Vogelarten - darunter 65 Prozent der schwarzbrauen Albatrosse der Welt - und 278 Pflanzenarten. An den Küsten brüten Kolonien von Mähnenrobben, südamerikanischen Seebären und südlichen See-Elefanten. Die größte Kolonie sind aber die Pinguinen in fünf unterschiedlichen Arten unterteilt, die insgesamt mehrere Millionen Tiere umfassen. Nicht zufällig heißt die Wochenzeitung der Inseln nämlich „The Penguin News“. Und nicht schwer zu glauben ist die Behauptung der Inselbewohner, dass die meisten Fotos von Pinguinen rund um die Welt eigentlich auf den Falklandinseln geschossen werden.

Die beste Reisezeit zum Besuch von Falklandinseln ist im antarktischen Sommer, also zwischen Dezember und Februar. In dieser Jahreszeit ist es nicht nur am wärmsten - die Temperaturen liegen zwischen 8 °C und 12 °C gegenüber der jährlichen Durchschnittstemperatur von 5 °C - sondern auch die Natur zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Wenn man das magische Gefühl haben möchte, am Strand zu liegen und von Pinguinen umgegeben zu sein, sollte man lieber den März abwarten. In diesem Monat brechen die Pinguine von den Stränden der Inseln zu langen Wanderungen zu ihren überseeischen Brutstätten auf. Schön erzählt wird dieses jährliche spektakuläre Ereignis im Film „Die Reise der Pinguine“, der größtenteils auf den Falklandinseln gedreht wurde und 2006 den Oscar als bester Dokumentarfilm gewann.

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