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Europas vier Jahreszeiten

, von  Franziska Pudelko

Okay die Vögel zwitschern schon seit einigen Wochen. Trotzdem hat der Frühling erst jetzt laut Kalender angefangen. Kaum ist es soweit, da schwelgen die Europäer geradezu in einem Hochgefühl der Jahreszeiten - endlich raus, Sonnenstrahlen einfangen, auftauen, verlieben. Und vor allem etwas genießen, was außer Europa kaum ein anderer Kontinent zu bieten hat: Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Endlich Frühling: Die ersten Blumen sprießen aus dem Boden. – Foto: Frühling 2013 © David Schiersner / flickr (Link)/ CC BY-NC-SA 2.0

Autoren

  • studiert an der KU Leuven im Master European/Global studies. Journalistische Erfahrungen sammelte sie unter anderem bei dem Onlinemagazin Utrikesperspektiv.se, bei der Süddeutschen Zeitung und beim ZDF. Bis Mai 2015 war sie Chefredakteurin von treffpunkteuropa.de.

Spürt ihr es? Wie die ersten Sonnenstrahlen auf der Haut kitzeln, sich ein Lächeln auf den Mundwinkeln der Mitmenschen verfängt, dann weiterhuscht, um die nächsten Lippen zucken zu lassen. Die Tage werden länger und die Menschen fröhlicher. Es ist Frühling. Endlich.

Romantische Träumerei

Im Sommer schlecken wir genüsslich unser Eis, brutzeln in der Sonne und lassen uns von den langen Tagen tragen. Erkältungen, Schneemänner bauen, Schlittenfahren und gemütliche Abende vor dem Kamin oder Fernsehr sind regelmäßiger Teil unserer Wintertage. Zwischendurch bewundern wir den Blätterfall im Herbst und schauen den ersten Blüten im Frühling beim Sprießen zu. Ob das nun bloße romantische Träumerei ist, sei erst mal dahingestellt. Jedenfalls stellen sich so wahrscheinlich Brasilianer, Afrikaner oder Samoaner die europäischen vier Jahreszeiten vor.

Zugegeben, nicht in jedem Land Europas wachsen die Kinder mit Schneemännern im Winter auf. In Spanien gilt Schlittenfahren als ein Mythos des Nordens. Dafür wird es in Norwegen, Finnland, Schweden oder Schottland im Winter früher dunkel. Graue Wolken, Nässe, Dunkelheit. Igitt! Doch alles auszuhalten, denn die Nordeuropäer wissen bestimmt: Der Frühling ist nicht weit, dann dauert es nicht mehr lange bis zum Mittsommerfest (in Schweden) und in England regnet es dafür vielleicht ein bisschen weniger.

Es beginnt mit dem Frühjahrsputz

Ein Glück ist das schon mit dem Jahreszeitenwechsel, der sorgt immer für Abwechslung. Nicht nur in unseren Kleiderschränken, auch in den Medien, der Werbung, in den Straßen und Cafés. Und wer’s nicht glaubt, liest jetzt weiter. Die Deutschen zumindest sind hier recht erfinderisch. Es beginnt mit dem Frühjahrsputz – endlich wird die Wohnung sauber. Im Sommer muss der Winterspeck weg, schließlich ist bald Badezeit. Kaum zurück aus dem Urlaub, werden die Tage auch schon kürzer. Dann Halloween, gut, das haben wir von den Amerikanern abgeschaut. Weiter geht’s mit den Weihnachtsmärkten, den Glühweinständen, den gemütlichen Abenden vor dem Kamin. Weihnachtsgeschenke und „was machst du an Silvester“ plagen das Gemüt mindestens so sehr wie die Völlerei an den Festtagen den Magen. Egal, der Frühling kommt ja wieder und dann wird auch schon der Speck für den Sommer wegtrainiert. Immer so weiter. Wie schön das sein kann, hat Antonio Vivaldi 1725 in seinem wohl bekanntesten Werk „Die vier Jahreszeiten“, komponiert. Die Italiener wiederum haben Frühling, Sommer, Herbst und Winter in der Pizza „Vier Jahreszeiten“ (italienisch: le quattro stagioni) kulinarisch verarbeitet. Immerhin zeigt sich hier der Unterschied zu den Chinesen, die gerade mal eine Herbst- und eine Frühlingsrolle auf ihrer Karte anbieten.

Doch Schluss damit, es ist Frühling. Raus mit euch, Sonne genießen, verlieben!

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