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Englisch europaweit zur Amtssprache erklären!

, von  Tobias Gerhard Schminke

Europa ist Trutzburg verschiedenster Amtssprachen: Estnisch, Dänisch, Deutsch oder auch български език. Betrachtet man den Kontinent als Ganzes, sieht man ein babylonisches Wirrwarr. Zumindest im öffentlichen Bereich sollte sich dies bald ändern, meint Tobias Gerhard Schminke in seiner heutigen Sonntagskolumne.

Im öffentlichen Raum in Europa herrscht häufig babylonische Verwirrung – Foto: © Eric Andresen / Flickr/ CC BY 2.0-Lizenz

Autoren

  • ist Chefredakteur von treffpunkteuropa. Zudem ist er Initiator des europeanmeter und @EuropeElects. Er studiert im B.A. Publizistik und Politikwissenschaft an der Universität Haifa und an der Johannes-Gutenberg Universität Mainz. Aktuell arbeitet er als freier Mitarbeiter für die Rhein-Zeitung. Zuvor war Schminke für MdB Gabi Weber, beim Meinungsforschungsinstitut TeleMatrix und beim ZDF tätig.

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Europa ist Trutzburg verschiedenster Amtssprachen: Estnisch, Dänisch, Deutsch oder auch български език. Betrachtet man den Kontinent als Ganzes, sieht man ein babylonisches Wirrwarr an Schulen, vor Gericht, auf Ämtern, in Parlamenten, auf Straßenschildern oder auch auf dem Speiseplan öffentlicher Mensen. Englisch? – Fehlanzeige!

Dabei ist diese europäische Kakophonie auch eine enorme ökonomische Hürde: Jeder Unternehmer aus Asien, Amerika oder Afrika zieht ein gleich attraktives, englischsprachiges Land einem allein deutschsprachigen Verwaltungs- und Aktenapparat vor. Wer engagiert schon gerne teure Übersetzer für bulgarische Gesetzestexte und kroatische Verordnungen? Schnell zieht da der chinesische Unternehmer Melbourne oder Chicago als Investitionsziel vor.

Gerade in Zeiten der Flüchtlingskrise macht es Sinn, verstärkt auf eine stärkere Einbindung der englischen Sprache in der Gesellschaft zu setzen. Gäbe es englischsprachige Zeitungen, englische Untertitel im Tatort oder einen englischsprachigen Asylverwaltungsapparat, dann wäre die Partizipation an der Gesellschaft für die europäischen Neubürger durchaus einfacher. Eine Vielzahl der Geflüchteten verfügt schließlich über Englischkenntnisse.

Die Europäer sprechen die meistgesprochenste Sprache der Welt nur unzureichend. Um eine bessere Vernetzung innerhalb Europas und mit dem Rest der Welt sicherzustellen, bedarf es eines wesentlich besseren Englischunterrichtes ab dem Kindergartenalter. Ein ERASMUS-Jahr darf nicht mehr an der Scham schlechter Englischkenntnisse scheitern.

Dabei geht es nicht darum, Amts- oder gar Muttersprachen abzuschaffen. Die Idee ist, dass die Gesellschaft so durchs Englische durchsetzt ist, dass ein Leben in Luxemburg auch ohne Letzeburgischkenntnisse zu absolvieren ist.

In einer globalisierten Welt, in der wir dank Interrail-Ticket und Schengen binnen Wochen durch halb Europa reisen können, ist es zuletzt auch einfach praktisch englischsprachige Wegweiser und Bahnhofsbeschilderungen zu finden. Wer schon einmal orientierungslos am Bahnhof in Athen stand oder im Frankreich-Urlaub versucht hat die Inhaltsstoffe seiner (nicht?-)vegetarischen, laktosefreien/-durchsetzten (Erdnuss?)Mahlzeit zu entziffern, kann vermutlich erahnen, warum ich für Englisch als Amtssprache in der Europäischen Union plädiere. Es würde unser Leben in unserem gemeinsamen Haus Europa schlichtweg vereinfachen.

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