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Für ein europäisches Bildungsmodell

, von  Mathilde Girardeau, übersetzt von Sophia Bockmayr

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In einer globalisierten Welt ist das Aus- und das Weiterbildungswesen immer mehr mit einander verknüpft und muss mit sehr starker Konkurrenz rechnen. Europa kann sich für das Bildungsmodell einsetzen, das den Kontinent bis heute prägt.

©Ralph Daily/ Flickr/ 2.0-Lizenz

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Mit der Bewegung „New Public Management“ haben internationale Unternehmen das Hochschulsystem aufgefordert das Modell zu nutzen, das schon den Firmen dabei geholfen hatte, die Krise von 1973 zu überwinden. Diese neue Form der Verwaltung fördert die Innovation sowie Vernetzung der Einrichtungen auf nationaler und internationaler Ebene. Relativ neu ist auch die Anwerbung von Studenten und jedes Institut will durch einen exzellenten Ruf seine Attraktivität steigern. Das Bildungsangebot muss sich in der Tat an ein immer breitgefächertes Publikum anpassen, unter anderem an eine Zahl ausländischer Studierenden, die auf ein spezialisierendes Bildungsangebot hoffen.

Im Rahmen der Lissabonner Strategie von 2000 wurden die Bildungseinrichtungen dazu aufgefordert eine gute Leitung zu gewährleisten, die die internationalen Beziehungen fördert, sodass Europa den ersten Platz in der Wissensgesellschaft, die mehr wettbewerbzentriert und dynamischer geworden ist , erreicht. Das Bachelor-Master-System soll die Studiengänge in allen Ländern der Europäischen Union vergleichbar machen und die Anerkennung sowie ein besseres Verständnis auf der europäischen und internationalen Ebene garantieren. Durch die Reform entsteht auch die halbjährige Gliederung des Unterrichts genauso wie die ECTS (European Credit Transfer System) – Punkte, die es ermöglichen die Leistungen eines Auslandsjahres in einem anderen Land der Europäischen Union, zum Beispiel durch das 1987 gegründete Erasmus-Austauschprogramm, anerkennen zu lassen. Es gab die Idee 3% des Bruttoinlandsproduktes der Europäischen Union in die Forschung und die Entwicklung zu investieren, diese wurde jedoch wegen der Wirtschaftskrise auf 2020 verschoben.

Gäbe es ein Modell für die europäischen Bildungseinrichtungen, dann wäre es eventuell ansatzweise das derWirtschaftshochschulen.Denn genau diese, früher stark verurteil wegen ihrer Leistungsorientiertheit, zählen nun zu den Vorbildern in der Internationalisierung der Bildung und den Tendenzen zur Wirtschaftlichkeit, Indem frühzeitig eine eigenständige Leitung und eine firmenähnliche Organisation erschaffen wurde, haben die Wirtschaftshochschulen sich als hoch konkurrenzfähig erwiesen und das seit mehr als 15 Jahren. Die Akkreditierungen und die internationale Rangliste werden nun die neuen Wege zur Anerkennung und Entfaltung auf internationalen Ebene. Allerdings entsteht die Bewertung für die Rangliste durch Kriterien, die von dem angelsächsischen Modell vorgegeben wurden. Sodass alle Bildungseinrichtungen durch folgende Leistungskriterien beurteilt werden: die Exzellenz, die Verbesserung der akademischen Forschung und die Internationalisierung. Einen hohen Rang in der Rangliste zu erreichen ist somit sehr kostspielig und daher haben nur sehr wenigen Bildungseinrichtungen die Möglichkeit dazu, meist sind es die Bildungseinrichtungen deren Ansehen sicher und anerkannt ist. Um es anders auszudrücken, nicht jeder kann Harvard oder HEC (eine sehr renommierte französische Hochschule) sein. Außerdem fördert dieses Leitungsmodell die starke Entwicklung der Forschung, um einen der besseren Plätze der Rangliste zu erreichen und die Qualität der Lehre bei den meisten Einrichtungen darunter leidet.

Es ist jedoch nicht wünschenswert, dass die Weiterbildungseinrichtungen in Europa ihre Bildungsstrategie nach solch einem Modell ausrichten. Die Akkreditierung EQUIS (European Quality Improvement System) von 1998 für die Wirtschaftshochschulen richtet sich nach solchen Standardkriterien für die Leistung mit einer starken Verbesserung der akademischen Forschung zum Leidwesen der Ausbildungs- und Lehrangebote..

Anstatt die Bewertungskriterien für Exzellenz des angelsächsischen Modells zu übernehmen, sollte die europäische Wissensgesellschaft ein einzigartiges Modell fördern, um sich von dem überschüssigen und einseitigen Bildungsangebot zu unterscheiden. Die Europäische Union könnte ihre eigenen Ranglisten und Bewertungskriterien erstellen, um ein einzigartiges Modell der Wissensgesellschaft zu werden. Das eigentliche Ansehen sollte somit von einer weltoffenen Bildung kommen und sich nicht nur nach der Konkurrenz richten, sondern nach den zwei eigentlichen Ansprechpartnern: den Studierenden und dem Arbeitsmarkt.

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