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Griechische Inseln der Solidarität

, von  Sarah Champagne, übersetzt von Stéphanie-Fabienne Lacombe

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Tausende Flüchtlinge haben in den vergangenen Monaten die griechischen Inseln Kos und Lesbos in Booten erreicht. Die Gründerin einer freiwilligen Gruppe zur Unterstützung der Flüchtlinge in Griechenland berichtet von ihrer Arbeit.

Migranten und Flüchtlinge erreichen den Strand der griechischen Insel Kos. – © International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies / Flickr/ CC BY-SA 2.0-Lizenz

Autoren

  • Étudiante sur le campus européen franco-allemand de Sciences Po - Paris à Nancy, je suis passionnée par la politique internationale et par l’histoire européenne. Joueuse de piano jazz à ses heures perdues, je suis membre des Jeunes Européens - Lorraine depuis 2015.

Nina engagiert sich in einer unabhängigen ehrenamtlichen Gruppe aus rund 40 Personen für die Versorgung von Flüchtlingen, die auf den griechischen Inseln ankommen. „Tausende Menschen auf der Flucht vor Krieg und Armut kommen täglich in Griechenland an“, sagt Nina. „Sie sind aus ihrem Land weggegangen, ohne jemals sicher zu sein, ihr Ziel zu erreichen. Sie kommen am Ende einer langen Reise hier an, müde, ausgekühlt, hungrig, nicht selten traumatisiert.“

Die freiwillige Helferin hat Tragödien vor der griechischen Küste miterlebt: „Ende Januar 2016 gab es das schlimmste Schiffsunglück im Ägäischen Meer. Viele Menschen, insbesondere Kinder, sind dabei ertrunken. Wir haben unser Bestes gegeben, um die anderen aufzunehmen und zu beruhigen. Die Freiwilligen sind psychisch und physisch sehr eingespannt. Aber wir geben nicht auf, es ist eine Frage der Würde“, erklärt Nina.

Die Gruppe bietet verschiedenste Dienstleistungen an: die Freiwilligen sammeln und verteilen Nahrungs- und Kleiderspenden und versuchen ebenfalls jeden Ankömmling in würdevoller Weise auf den griechischen Inseln zu empfangen. Sie informieren bei Bedarf auch über die Asylprozedur. Es existieren Hunderte solcher Freiwilligenorganisationen in Griechenland, allerdings sind diese in der Öffentlichkeit kaum beakannt. Das Engagement der Freiwilligen ist bemerkenswert. Nicht selten haben sie selber finanzielle Probleme, da viele Gehälter während der Finanzkrise gekürzt wurden. Doch kann ein Willkommensgruß auf persönlicher Ebene die Europäische Union in die Pflicht zurück holen und an Humanismus und Solidarität erinnern? Nina hat dazu eine klare Meinung: „Es erinnert mich an die Zwischenkriegszeit: die Sicherheitspolitik in Frankreich und Dänemark, die Wahlen in Polen, die Verbreitung von Fremdenhass, die Reaktionen der Medien. Vieles läuft in die falsche Richtung in Europa.“

Die Arbeit der Inselbewohner zeigt, dass humanitäre und solidarische Aktionen der Bürger essentiell für die Organisation der zahlreichen Ankünfte sind. Auch wenn der Grexit in aller Munde ist und die Abkommen zwischen der Türkei und der EU die Solidarität im Schengenraum herausfordert, sind Bürgerinitiativen zur Stelle. Mehrere NGOs, wie „Ärzte ohne Grenzen“, sowie der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen widersetzen sich dem Abkommen, das Aufnahmezentren in Internierungslager umfunktioniert.

Kürzlich wurde eine Petition ins Leben gerufen, die dafür eintritt, dass die griechischen Insulaner für ihr Engagement für die Flüchtlinge den Friedensnobelpreis bekommen sollen. Ob das ein Zeichen setzen kann?

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