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Kulturhaupstädte 2016: Breslau und San Sebastian

, von  Lucie Pagnat, übersetzt von Stéphanie-Fabienne Lacombe

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Zum 31. Mal in Folge wird die kulturelle Vielfalt Europas durch die Ernennung zweier Kulturhaupstädte geehrt. Dieses Jahr tragen das polnische Breslau sowie das spanische San Sebastian den Titel.

San Sebastian ist ein bekannter Badeort des Baskenlandes. Bekannt für seine internationalen Film- und Jazzfestivals, ist die Stadt dieses Jahr eine der europäischen Kulturhauptstädte. – © Nigel’s Europe & beyond/Flickr/ CC BY-SA 2.0-Lizenz

Autoren

  • Diplômée du master Droit des produits de santé en Europe de l’Université de Strasbourg, membre des Jeunes Européens et du comité de rédaction du Taurillon en Flam’s.

  • Stéphanie-F. Lacombe studiert Geographie und VWL in Berlin. Bei Praktika beim „Handelsblatt“ sowie „ParisBerlin“ entdeckte sie ihre Begeisterung für Journalismus. Im Sprachenmix fühlt sie sich zu Hause, daher ist sie seit April 2015 Koordinatorin der Übersetzungen bei treffpunkteuropa.de.

Breslau, Venedig Polens?

120 Brücken verbinden die zwölf Inseln aus denen Breslau (Wroclaw) besteht. Die Oder fließt durch die viertgrößte Stadt Polens. Nach dem Zweiten Weltkrieg komplett zerstört, ist die Stadt heute für ihre dynamische Kulturszene bekannt. Als Kulturhauptstadt 2016 heißt die Stadt in diesem Jahr die zweite Ausgabe der Cyberakademie willkommen, ein Netzwerktreffen, bei dem es um die digitale Stadt und ihre multikulturelle Entwicklung sowie Kommunikation geht. Bezüglich der Architektur und Gestaltung des öffentlichen Raums wagt man sich ebenfalls an neue Tendenzen: das Projekt „Raum für Schönheit“ verbindet die Elemente Natur, Gemeinschaft und Architektur und lädt Architekten und Urbanisten zur Diskussion über lokale Identitätsbildung durch Kultur und Kreativität ein. Auch im Bereich Literatur und Theater ist die Stadt aktiv. Ein internationales Krimifestival bringt Autoren und Übersetzer zusammen, von der UNESCO wurde ihr der Titel „Hauptstadt des Buches“ verliehen und die Stadt wird regelrecht zu einer neuen „Bibliopolis“. Die Theaterinszenierungen drehen sich um transnationale Kultur, Mobilität und die Flüchtlingsdebatten, die Europa beschäftigen. Auch im Film wurde neues geschaffen: ein Bildungsprogramm wurde etabliert und ein neuer Master, „europäischer Film“,präsentiert die Geschichte und Vielfältigkeit des Europäischen Kinos seit der „Nouvelle Vague“. Retrospektiven des baskischen Films schlagen eine Brücke zur anderen Hauptstadt der Kultur 2016: San Sebastian.

San Sebastian und seine Bürger

Auf Baskisch offiziel Donostia genannt, grenzt der bekannte Badeort ans Kantabrische Meer. Seit dem ersten Weltkrieg ist San Sebastian eine kosmopolitische Stadt und organisiert seit 1953 das Internationale Film- und seit 1966 ein Jazzfestival. Das Kulturprojekt der Stadt dreht sich um die „Energiewelle der Bürger“. Die Bürgerschaft ist der Motor allen gesellschaftlichen Wandels, so die Botschaft. Jeder Bürger soll im Kontext der Globalisierung zum Aktivwerden aufgerufen werden. Wie die Repräsentantin der Europäischen Kommission bei einem Besuch verlauten ließ, will San Sebastian „ein Bindeglied zwischen den Gesellschaften, die Leid und Zwiespalt erlebt haben, werden, damit die kulturelle Vielfalt der Schlüssel in eine friedlichere Welt werden kann.“ In der Malerei wird dieses Konzept augegriffen und im Projekt „Europe Transit“ werden Journalisten wie mobile Botschafter durch Europa reisen, um die Schauplätze des Krieges in Sarajevo oder Belfast zu erklären. Große Ausstellungen zum Thema werden organisiert, um die Bevölkerung mit der Gewalt der Vergangenheit zu konfrontieren. Auch der kulinarische Aspekt ist wichtig: so öffnen die spanischen Köche ihre Pforten, um sich mit europäischen Kollegen auszutauschen und verschiedene geschmackliche Eigenheiten zu vermischen. Straßenkünstler werden verfallene Gebäude zum Leben wiedererwecken, wie zum Beispiel der Künstler Maider López, der städtische Brunnen öffentlich transformiert.

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