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Von Stockholm bis Essen: Umwelthauptstädte Europas

, von  Mathieu Henceval, übersetzt von Stéphanie-Fabienne Lacombe

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Jedes Jahr verleiht die Europäische Kommission einen Preis an eine Hauptstadt, die sich für Umweltschutz und grünes Wachstum einsetzt. Nach Stockholm, Hamburg, Vitoria-Gasteiz, Nantes, Kopenhagen, Bristol und Ljubljana wurde Essen für das Jahr 2017 auserwählt.

Bristol, Umwelthauptstadt 2015, setzt auf E-Mobilität. – © firstbusphotos/ Flickr/ CC BY-SA 2.0-Lizenz

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Warum eine „grüne Hauptstadt“ auszeichnen?

Mehr als zwei Drittel der Europäischen Bürger leben im städtischen Raum. Diese Urbanisierung zieht Konsequenzen für die Umwelt mit sich nach, denen man mit grünen Lösungen begegnen kann. Sei es beim Ressourcenmanagement, der Energieproduktion, der Müllabfuhr oder der E-Mobiltät, die Städte bemühen sich zunehmend um eine gesündere Lebensqualität für ihre Bewohner. 2006 haben 15 europäische Städte gemeinsam ein Memorandum zur „grünen Hauptstadt“ veröffentlicht, woraufhin die Kommission 2008 die Initiative „europäische grüne Hauptstadt“ gestartet hat. Mit dem Preis möchte die Kommission Städte auszeichnen, die umweltfreundlicher werden wollen und die Idee konkret umsetzen. Oft werden Maßnahmen getätigt, um z.B. den Verkehr grüner zu machen und es wird nach Lösungen gesucht, um Städte leiser und lebenswerter werden zu lassen. Auch integrative, nachhaltige Stadtmanagementkonzepte können prämiert werden. Die „grünen Hauptstädte“ können so ein Entwicklungsmodell für andere Städte darstellen, die ihren ökologischen Fußabdruck verbessern wollen. Um prämiert werden zu können, muss eine „grüne Haupstadt“ mindestens 100 000 Einwohner haben. Bei kleineren Städten greift die neue Pilotinitiative „ grünes Blatt“. Mollet del Vallès in Spanien und Torres Vedras in Portugal sind die ersten Städte, die diesen Preis verliehen bekommen haben.

Ein kleiner Rundgang durch die bisherigen grünen Hauptstädte

Stockholm, erster Preisträger 2010, hat ambitionierte Ziele: bis 2050 soll die Stadt unabhängig von fossiler Energieproduktion werden. Schon von 1990 bis heute hat die Stadt ihre CO2-Emissionen um 25% reduziert. Das Stadtbild ist grün: 90% der Bewohner leben weniger als 300 Meter von eine Grünfläche entfernt. 2011 übernahm dann Hamburg den Titel. Die Hafenstadt will ihre CO2-Emissionen bis 2020 um 40%, bis 2050 um 80% reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt Hamburg vor Allem auf den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Auch der Hafen, drittgrößter in Europa, soll nachhaltiger organisiert werden. Vitoria-Gasteiz, administrative Hauptstadt des spanischen Baskenlandes, bekam den Preis 2012 für die große Anzahl an Grünflächen, des guten Wassermanagements und Bildungsinitiativen zur Sensibiliserung der Bewohner zu Umwelt- und Biodiversitäsfragen. Nantes, französische grüne Hauptstadt 2013 hat ein nachhaltiges Mobilitätskonzept entwickelt, das auf Fahrradverkehr und ÖPNV setzt. Der Norden Europas war 2014 mit Kopenhagen wieder am Zug. Die dänische Hauptstadt ist Vorreiterin in mehreren Bereichen. Der Preis zeichnete die Bestrebungen der Stadt, eine CO2-arme Wirtschaft aufzubauen und ihre Kommunikationsstrategie zur Bürgerbeteiligung aus, bei der Universitäten, Unternehmen und Vereine zusammenarbeiten. Dieses Jahr ist Bristol, im Süd-Westen Englands dran. Auch diese Stadt hat massiv in nachhaltige Wirtschaftszweige und Energieproduktion und Mobilität investiert und zielt auf 17 000 neue Arbeitsplätze in diesem Bereich bis 2030. Die Hauptstadt Sloveniens, Ljubljana, überzeugte mit dem grünen ÖPNV und Umweltzonen. Im Sommer 2015 hat die Kommission nun Essen den Preis verliehen. Ausschlaggebender Punkt war das Wassermanagement- und Überschwemmungspräventionssystem,

Eine notwendige Kooperation zwischen den Städten

Städte bieten für eine Politik, die sich den Herausforderungen des Klimawandels und des Erhalts der Umwelt bewusst ist, optimale Möglichkeiten, einen grünen Weg zu gehen. Sie bieten Platz, um nachhaltige Lösungen zu erproben. Mit dem Preis der grünen Hauptstadt möchte die Kommission zudem die Kooperation im Umweltbereich fördern. So treffen sich die Preisträger mehrmals pro Jahr, um ihre Erfahrungen auszutauschen. Diese lokale und internationale Kooperation ist ein Herzstück des europäischen Projekts.

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