Interrail Diary: Auf nach Europa

, von  Carlotta Grünjes, Marie Menke, Paula Besse, übersetzt von Daniel Batel

Interrail Diary: Auf nach Europa
Blick auf eine Häuserreihe in Oslo. Foto: Pixabay / Alex von Gutthenbach-Lindau / Pixabay Lizenz

Heute im Interrail-Diary: Die Reise von Bergen nach Oslo hat treffpunkteuropa.de-Bloggerin Carlotta so begeistert, dass sie der Strecke einen eigenen Blogpost widmet!

Es ist wieder soweit: Eine zweite Generation von Blogger*innen ist aufgebrochen, um mit dem Zug Europa zu erkunden. Ob aus Finnland, Spanien oder Bulgarien, sie erzählen von ihren täglichen Erlebnissen unterwegs. Du machst auch gerade eine Interrailreise? Schreib eine E-Mail an Marie, um als Blogger*in für uns zu schreiben. Mehr Infos zum Projekt #DiscoverEU findest du auf der zugehörigen Webseite.

Carlotta am 21.02.2019: „Meine Reise von Bergen nach Oslo war so besonders, dass sie einen eigenen Blogpost bekommt!“


Eigentlich wollte ich meinen nächsten Blogpost über Oslo und Lillehammer schreiben. Aber da meine Reise von Bergen nach Oslo durch die Landschaft Norwegens so besonders war, wird sie wohl einen gesamten Beitrag beanspruchen. Morgens um acht steige ich in den Regionalexpress von Bergen nach Voss und fahre dem Sonnenaufgang entgegen. Die Strecke führt am Wasser entlang und ich bin froh, dass ich aus dem Fenster schauen und alles gut sehen kann. In Voss steige ich in einen Bus Richtung Gudvangen. Um mich herum sind einige andere Tourist*innen und sonst viele Norweger*innen, die entspannt und gut gelaunt mit ihren Skiern aus der Bahn aussteigen und Richtung Lift laufen.

Voss ist ein kleiner eingeschneiter Ort direkt am Fuß von hohen Bergen. Zwei Stunden später erreiche ich Gudvangen, das eigentlich nur aus einer Anlegestelle für ein vollständig elektrisch betriebenes Fährboot direkt am Fjord besteht. Zwei Stunden verbringe ich auf der Fähre, die das Eis unter sich teilt und allein und fast geräuschlos durch das schwarze Wasser gleitet. Kleine Dörfer liegen direkt am Wasser, dessen Oberfläche aussieht wie schwarzes Glas und die schneebedeckten Berge spiegeln sich makellos im Wasser.

Die Fähre legt in Flåm an, von wo aus ich in die einzigartige Bergbahn Flåmbana einsteige. Sie fährt auf in die Berge gehauenen Schienen und durch Tunnel direkt am felsigen Abgrund entlang durch die norwegischen Berge. Im Tal weit unten rauschen mehrere Flüsse und von den Klippen stürzen eigentlich Wasserfälle, die jetzt im Januar aber alle gefroren sind. In Vatnehalsen steige ich als Einzige aus. Der Schnee hier ist völlig unberührt und der Himmel ist hellblau und ich höre kein Geräusch, solange ich mich nicht bewege. Ich stapfe ein bisschen durch den 30 cm hohen Schnee und atme die frische Luft ein. Schließlich gehe ich zu dem einzigen Haus, das auf dem Bergplateau steht, ein Hotel.

Der Hotelbetreiber begrüßt mich freundlich und bietet mir einen altmodischen Sessel und Bücher zu lesen in einem Zimmer mit großem Panoramafenster an. Außerdem kocht er mir einen Tee und backt Waffeln. Und so beobachte ich, neben dem Hotelbetreiber als einziger Mensch weit und breit, einen Schneesturm und den Sonnenuntergang. Drei Stunden später und so erholt wie gefühlt nie zu vor, steige ich in die letzte Flåmbana und fahre nach Myrdal, wo ich in den Zug nach Oslo steige.


Paula am 14.02.2019: „25 Tage, drei Länder - und dabei knapp 60 Zugstunden“


Ende Juni bekam ich die E-Mail: „Herzlichen Glückwunsch – Du bist eine der 12.000 Gewinner, die sich über ein Interrail-Ticket freuen dürfen.“

Und schon ging die Planung los. Wann soll es losgehen? Wo will ich hin? Reise ich alleine? Der Starttermin, der 15. August 2018, stand aufgrund vieler anderer Sommerpläne schnell fest. Ich durfte mit meinem Ticket in einem Zeitraum von 30 Tagen sieben Mal Zug, Bus oder Fähre fahren, um von A nach B zu kommen. Da die skandinavischen Länder schon seit langer Zeit auf meiner To-Do-Liste ganz weit oben standen, war die Entscheidung schnell gefällt. Meine Reisebegleitung kannte ich vorher nicht – ein 18-jähriger aus München, der ebenfalls ein Ticket gewonnen hatte. Wir haben uns über das DiscoverEU-Portal auf Facebook gefunden und sind somit knapp einen Monat zusammen gereist. Also wurden noch schnell die Euros in Kronen gewechselt und los ging die Reise.

Getroffen haben wir uns in Hamburg, von wo aus es mit dem Nachtzug nach Falkenberg, Schweden, ging. Über AirBnB haben wir uns ein kleines Hüttchen auf einem Campingplatz gesucht, wo wir zwei Nächte übernachteten. Da das Wetter leider nicht mitgespielt hat und der Ort an sich auch nicht viel zu bieten hatte, waren wir froh, als wir endlich in der norwegischen Hauptstadt ankamen: Oslo. Die Stadt ist der Hammer! Mit einer Free Walking Tour haben wir uns mit vielen anderen internationalen Reisenden die Stadt angeschaut. Vor allem der Bezirk Holmenkollen, wo sich die Skisprungschanze befindet, die Aussicht vom Dach der Oper und die Parks haben mich überzeugt.

Von Oslo aus fuhren wir zum Wandern in den Norden Norwegens, nach Stjørdal. Über Östersund, dem Wintersport-Paradies, ging es nach Stockholm. Da ich höhere Erwartungen an die schwedische Hauptstadt hatte, wurde ich etwas enttäuscht. Dennoch hat mich die Gamla Stan und das süße Café Skroten mit den wohl besten Kanelbullar (Zimtschnecken) vom Gegenteil überzeugt.

Das Beste kam jedoch zum Schluss: Kopenhagen! Die Fahrradstadt ist wie Münsters große Schwester, hat die besten Cafés, außergewöhnliches Streetfood, nette und offenherzige Menschen und noch so viel mehr zu bieten. Mit einer Free Walking Tour, ausgeliehenen Fahrrädern und einer Bootstour haben wir mit Sicherheit noch nicht alles gesehen, aber der Hafen Nyhavn, Schloss Amalienborg und der Freistaat Christiania sind auf jeden Fall eine Reise wert! Bei der „Little Mermaid“ reicht es aber, sie sich vom Boot aus anzusehen.

Mein Fazit: Interrail kann ich jedem ans Herz legen, der flexibel, günstig und spannend Europa bereisen möchte!


Carlotta am 07.02.2019: „Die Schneeflocken sind so groß, wie ich sie noch nie gesehen hab!“


Meine Reise beginnt in Bergen, Norwegen, einer der regenreichsten Städte Europas. Wobei mein Abenteuer in Skandinavien schon viel früher beginnt, genau genommen im August in Stockholm, Schweden. Denn dort mache ich ein Auslandssemester mit Erasmus. Aber da meine Reise mich noch einmal nach Stockholm zurückführen soll, berichte ich dazu später mehr.

Nach dem Ende des schwedischen Semesters habe ich Zeit übrig und Skandinavien hat mich schon immer gereizt, deswegen habe ich mich dazu entschlossen, Norwegen und Dänemark noch ein wenig auf eigene Faust und mit dem Zug zu erkunden. Durch meine Reise mit Interrail vor fast drei Jahren habe ich das Zugfahren durch Europa schätzen gelernt, da man so auch Eindrücke aus dem Inland bekommt und um einiges gemütlicher und stressfreier (und umweltfreundlicher) unterwegs ist als mit dem Flugzeug.

Mein erster Stopp ist also Bergen, die zweitgrößte Stadt Norwegens, um mich von hier von Westen nach Osten und dann wieder südlich Richtung Deutschland vorzuarbeiten. Bis zu Ende durchgeplant ist noch nicht alles, aber die grobe Idee ist von Bergen nach Oslo zu fahren, dann ein paar Tage nördlich in Lillehammer zu verbringen und durch Göteborg nach Stockholm zu fahren, Freunde zu besuchen und dann mit Stopp in Kopenhagen über Hamburg wieder Richtung meiner Heimat Köln zu fahren. Ich bin gespannt, was sich alles ergibt.

Bergen begrüßt mich mit geringen Plusgraden, Nebel und Schneeregen. Aber die Häuser sind bunt und die Leute laufen mit farbenfrohen Regenschirmen über die Plätze. Außerdem sind die Schneeflocken so groß, wie ich sie noch nie gesehen habe. An einem meiner drei Tage, die ich hier geplant habe fahre ich mit einem Boot in die Fjorde hinaus. Der Wind schlägt mir kalt ins Gesicht und die Schneeflocken schmecken sogar salzig und ich bin überwältigt von der Schönheit und Weite der Fjorde. Das Wasser ist dunkelgrau und die kleinen bunten „typisch nordischen“ Häuser stehen an Stegen dicht am Wasser. An vielen Stellen sind die Fjorde mehrere hundert Meter tief.

Am nächsten Morgen ist das Wetter überraschend klar und der Himmel blau, also wandere ich auf den Floyen, den bekanntesten Bergs Bergens hinauf, um die atemberaubende Aussicht und die Wanderwege zu erkunden, und bin wieder hin- und weg. Es liegt zentimeterdicker Schnee und auf dem Gipfel ist ein zugefrorener Bergsee. An meinen ersten drei Tagen ist mir bereits mehrfach der Atem geraubt worden (leider auch von den exorbitanten Essenspreisen), meine Reise fängt gut an!


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