Interview mit Martin Sonneborn

„Der Irre vom Bosporus“

, von  Dilnaz Alhan

Interview mit Martin Sonneborn
Martin Sonneborn für Die PARTEI als fraktionsloser Abgeordneter im Europäischen Parlament © Martin Sonneborn

Er ist dreist bis unverschämt, unangepasst, aufklärerisch, pubertär und wollte bloß keinen Bürojob. Er hat ein abgeschlossenes Studium in der Publizistik, Germanistik und Politikwissenschaft (M.A.). Martin Sonneborn ist Satiriker! Der 52-jährige wurde bei der Europawahl 2014 als Spitzenkandidat der Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die PARTEI), deren Bundesvorsitzender er ist, zum Mitglied des Europäischen Parlaments gewählt. Im Interview erzählt er über seine Ziele, den Irren vom Bosporus und eine mögliche Lösung des Ukraine-Konflikts.

Herr Sonneborn, bei der Europawahl 2014 wurden Sie als Spitzenkandidat der Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die PARTEI), deren Bundesvorsitzender sie sind, zum Mitglied des Europäischen Parlaments gewählt. Was sind Ihre konkreten Ziele und was kommt auf Sie und Europa zu?

Als ich hier ankam, wollte ich die EU umkrempeln und für ein starkes Kerneuropa mit 27 Satellitenstaaten kämpfen. Jetzt habe ich einen besseren Plan: Nach den Briten will ich auch die Polen, Ungarn, Österreicher und Iren aus der EU schmeißen. Eigentlich alle, die keine Flüchtlinge aufnehmen.

Wie kann man die Kurden im Kampf gegen die IS unterstützen und deren Unterdrückung in der Türkei, Iran, Irak und Syrien stoppen?

Ich habe keine Ahnung, ich bin nur ein einfacher EU-Abgeordneter. Aber ich würde mal damit anfangen, den Irren vom Bosporus, Erdogan, nicht weiter mit großen Geldmengen zu alimentieren.

Wie stehen Sie zur Ukraine-Krise und den Konflikt der EU mit Russland?

Ich bin gegen Krisen, Krisen sind mit der PARTEI nicht zu machen! Außerdem bin ich für eine friedliche Koexistenz mit allen Staaten, zumal mit Russland, schon aus Gründen der Historie. Meines Erachtens hat die EU die Situation in der Ukraine zu einem großen Teil mitzuverantworten.

In den Zeitungen wird die jüngere Generation oft als verlorene Generation und europafern betitelt. Stimmen Sie dem zu?

Für Deutschland eigentlich nicht. Wir haben monatlich rund 400 Eintritte in Die PARTEI, überwiegend junge Leute. Die wenigsten stellen Europa in Frage, aber viele sehen die EU-Institutionen kritisch. Und das nicht ganz zu Unrecht. Für die südlichen Länder mit einer Jugendarbeitslosigkeit von fast 50 Prozent kann ich nicht sprechen.

Wo sehen Sie Europa in fünf Jahren?

Wenn wir es schaffen, diese EU von einem streng wirtschaftlich orientierten Zweckverbund zu einem sozialeren und weniger kapitalistisch orientierten Gemeinschaft zu wandeln, wird alles gut. Smiley!

Schlussfrage: Was möchten Sie unseren jungen Lesern mit auf den Weg geben?

Nichts, in dem Alter muss man seine eigenen Erfahrungen machen. Doch, eins: lest Printmedien: FAZ, Süddeutsche, Titanic, Spiegel, Focus. Focus war nur Spaß!

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