Rückblick April: Gute Scherze, schlechte Scherze

, von  Carolin Hilkes

Rückblick April: Gute Scherze, schlechte Scherze
Ein Mann in Berlin trägt eine Jacke mit der Aufschrift „killing joke“. Ein Mordswitz. Sind Witze einfach nur lustig oder tragen Worte doch eine tiefere Bedeutung? Foto: Unsplash / Julien Dumas / Unsplash License

Sexuelle Belästigung auf der Straße und mangelnde Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit auf der Weltbühne – leider keine schlechten Aprilscherze, sondern echte Probleme, die uns nicht erst seit letztem Monat beschäftigen.

Was ist bloß ein schlechter Scherz, was geht zu weit? Vor diese Frage stehen Betroffene von „Catcalling“, die polnische Regierung im Hinblick auf Regierungskritiker*innen, und die marokkanische Regierung in ihrer Beziehung zu Deutschland. Sie alle finden jedoch unterschiedliche Antworten auf und Konsequenzen für diese Frage. Unsere Autor*innen haben uns einen Überblick über diese und weitere spannenden Themen verschafft.

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Wie so viele Auseinandersetzungen der heutigen Zeit lässt sich der Ursprung des Westsaharakonfliktes in der Kolonialzeit finden, genauer gesagt in der Berliner Kongokonferenz 1884.

Foto: Unsplash / Eugene Ga /Unsplash Lizenz


Funkstille in der Sahara: Zwischen kolonialem Erbe und US-Außenpolitik

Die marokkanische Regierung beendet alle diplomatischen Kontakte zur deutschen Botschaft in Rabat, der Hauptstadt des Königreich Marokkos. Grund dafür ist die deutsche Haltung zum Westsahara-Konflikt. Dieser seit Jahrzehnten ungelöste Streit über den völkerrechtlichen Status des Gebiets ist Ende vergangenen Jahres erneut eskaliert. Was das koloniale Erbe und die US-amerikanische Außenpolitik damit zu tun haben? Eine Analyse.

AIRBUS gegen BOEING – Ein Waffenstillstand auf Zeit?

Seit Beginn der Pandemie hat der Luftfahrtsektor stark gelitten, ein Schlag für den Airbus-Konzern, der 2020 sein 50-jähriges Bestehen feiert. Zu diesem Anlass gratulierte sogar der langjährige Kontrahent Boeing seinem europäischen Pendant. Ein Jahr später haben sich Airbus und Boeing mit der Aufhebung gegenseitiger Zusatzgebühren, die die beiden Luftfahrtgiganten seit 15 Jahren gegeneinander ausspielen, ein schönes Geschenk gemacht. Auch die Wein- und Spirituosenhersteller ließen anlässlich der vorübergehenden Aufhebung der Sanktionen die Korken knallen. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Burgfrieden von temporärer oder langfristiger Dauer sein wird.

Großbritannien und die EU: von Rivalität und selektiver Freundschaft

Der Brexit war das vorherrschende Thema der vergangenen Jahre, aber seit dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU zum Jahreswechsel 2020/2021 ist es ruhiger geworden um die Beziehungen zwischen der EU und dem Inselstaat - doch hinter den Kulissen brodelt es weiterhin.

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Antonia Quell hat eine Petition gegen das sogenannte catcalling gestartet. Foto: Zur Verfügung gestellt von Antonia Quell

Antonia Quell im Interview: 70.000 Unterschriften im Kampf gegen Catcalling

„Geile, saftige Melonen!“, solche und noch erniedrigendere Formen verbaler sexueller Belästigung finden sich auf der Instagramseite „catcallsofcologne“. Diese und andere Seite wollen auf das Problem des Catcallings aufmerksam machen. Bisher ist diese Form der sexuellen Belästigung in Deutschland kein eigener Strafbestand. In Frankreich sieht das schon seit 2018 anders aus. Genau wie viele andere Personen tagtäglich, hat auch Antonia Quell Catcalling selbst erlebt. Deshalb hat die Medienmanagementstudentin aus Würzburg im August 2020 eine Petition gegen Catcalling ins Leben gerufen und fast 70.000 Unterschriften gesammelt. Wir haben mit ihr über den Stand der Petition geredet und darüber, warum der Begriff „Catcalling“ eigentlich zu euphemistisch ist.

Interview mit Rita Maglio von Better Birth Control: „Verhütung soll kein großes Thema mehr sein.”

Die Studentin Rita Maglio ist eine der beiden Gründerinnen von Better Birth Control. Die Forderung der Kampagne: Verhütung muss besser für alle werden. Was sie in Deutschland gestartet haben, wollen sie nun auf EU-Ebene bringen.

Wie junge Erwachsene im Europarat Jugendpolitik machen

Der Europarat ist die einzige europäische Organisation, in der junge Erwachsene in der Jugendpolitik mitentscheiden dürfen. Emilija Gagrčin und Sebastian Vogt vertreten im Jugendbeirat des Europarats die Interessen junger Menschen. Wie sind sie dort hingekommen? Und wie funktioniert ihre Arbeit?

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Demonstrierende sprechen sich gegen Islamophobia aus. Foto: Flickr / Steve Eason / CC BY-NC 2.0

The rise of islamophobia in Denmark

Islamophobia has become a polarising topic in recent years. Often intertwining with narratives and policies on immigration, it threatens to disrupt the EU and its values. The rise of Islamophobia across Europe now poses some difficult questions; for whom is the European dream of equality and opportunity? For whom is Europe? This article will look at Denmark, which at first glance may seem to be one of the most modern and tolerant countries in the world. However, this imagery conceals a darker side to Denmark for the most vulnerable, tricked by the transparent appearance of the glass house of modernity.

La république tchèque et la pologne s’affrontent en justice pour le climat

La Tchéquie ne plaisante pas avec l’environnement et cela malgré l’idylle entre Andrej Babiš, le Premier ministre tchèque, et le nucléaire. La Tchéquie a en effet annoncé son intention de saisir la justice européenne pour s’opposer à l’extension de la mine de charbon polonaise de Turów. Celle-ci, proche de la frontière, pollue à la fois la Basse-Silésie en Pologne et la Moravie-Silésie en République Tchèque. Excédées, les autorités tchèques ont décidé de prendre une mesure jusqu’alors inédite : porter plainte contre un autre État de l’UE pour des raisons environnementales.

Una strategia europea per una stampa libera ma corretta

Assistiamo sempre più spesso a un giornalismo malsano, corrotto da sensazionalismi e disinformazione, un nemico terribile, specie nel delicato periodo che tutto il mondo sta affrontando. Come combatterlo evitando di compromettere la libertà di stampa, già in difficoltà in numerosi Paesi? È troppo ambizioso immaginare una strategia europea?

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Ab Oktober will die spanische Regierung Unternehmen finanziell absichern, wenn diese ihren Betrieb auf eine Vier-Tage-Woche umstellen. Das Pilotprojekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt.

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Spanien testet die Vier-Tage-Woche: 32 Stunden Vollzeit

Klingt verlockend? In Spanien wird dies im Rahmen eines Pilotprojekts möglich. Mit der Reduzierung der Arbeitsstunden bei gleichbleibendem Lohn sollen Auswirkungen einer Vier-Tage-Woche auf die Produktivität, Zufriedenheit und Gesundheit der Arbeiter*innen untersucht werden. Spaniens Regierung, die damit als Vorreiter gilt, finanziert das Modell für drei Jahre. Werden die positiven Effekte überwiegen? Das Projekt wird auch ein Richtungsweiser für andere Länder sein, die sich mit Formen der neuen Arbeit auseinandersetzen müssen.

Interview mit einer Europaexpertin. Ulrike Guérot: „Wir wollen die Gleichheit jenseits von Nationen”

Die europäischen Werte und den Rechtsstaat stärken, heißt es oftmals, wenn es um die Europäische Union und ihren Zusammenhalt geht. Ulrike Guérot, Europawissenschaftlerin und Autorin, hält diese Debatte für verfehlt. Viel eher sieht sie die Lösung in einer gestärkten Sozialstaatlichkeit. Im Gespräch erklärt sie uns, warum eine gemeinsame europäische Arbeitslosenversicherung viele unserer Probleme lösen würde.

Das beunruhigende Missbrauchspotential der polnischen Diffamierungsgesetze: Ist Twittern von „Andrzej Duda ist ein Idiot“ ein Verbrechen?

Von Intellektuellen wie Czesław Miłosz über Arbeitsorganisator*innen wie Lech Wałęsa bis hin zu surrealistischen Künstler*innen wie „Major“ Waldemar Fydrych und der Orange Alternative: wirkungsvolle Dissident*innen haben die jüngere Geschichte Polens geprägt. Diese stolze Dissident*innentradition geriet jedoch zuletzt zunehmend in Gefahr, da die regierende Partei für Recht und Gerechtigkeit (PiS) versucht, das polnische Justizsystem dazu einzusetzen, intellektuelle Eliten anzugreifen und abzuschrecken sowie Oppositionelle zu attackieren.

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