Umfragen: Brexit beflügelt EU-Befürworter

, von  Tobias Gerhard Schminke

Umfragen: Brexit beflügelt EU-Befürworter
Wäre heute Europawahl, würden die Volksparteien Sitze verlieren. Die starken Zugewinne in Folge des Brexit-Referendums mildern diese Verluste ab.

Die Nachwehen des Brexit-Referendums haben den EU-Gegnern geschadet und die Zustimmungswerte für die EU-Befürworter deutlich nach oben schnellen lassen. Dies zeigen die Ergebnisse im neuesten europeanmeter.

Nach dem europeanmeter für den Monat Juli legen die Christdemokraten (EPP) im Vergleich zur Umfrage vor dem Referendum um ganze drei Prozentpunkte auf 27 Prozent zu. Die Sozialdemokraten verbessern sich um einen Prozentpunkt. Sie erreichen nun 25 Prozent. Demnach sind die beiden Volksparteien zusammen so stark wie seit November 2015 nicht mehr. Liberale und Grüne bleiben mit 12 btw. 4 Prozent stabil.

Die Linksparteien (GUE/NGL-Fraktion) fallen auf sieben Prozent. Dies ist der schlechteste Wert seit der Europawahl 2014. Vor allem in Griechenland verlieren die Parteien um Alexis Tsipras immer weiter stärker an Rückhalt. Die Regierungsübernahme der Linken in Spanien bei der Wahl im Juni ist ebenfalls vorerst gescheitert. Insgesamt hat sich Katerstimmung eingestellt in den meisten Linksparteien in Europa. Der Aufwind, von dem die Parteien im Zuge der Flüchtlingskrise profitierten, ist mit der Regierungsübernahme von Alexis Tsipras in Griechenland verweht. Durch das Erstarken der Rechtspopulisten im Zuge der Flüchtlingskrise fällt es den Linken europaweit immer schwerer, das Protestwählerpotenzial an sich zu binden.

Auch die euroskeptischen Konservativen (ECR-Fraktion) verlieren an Zustimmung. Sie fallen von 10 auf nun noch 9 Prozent.

Die Rechtspopulisten um Marine Le Pen (ENF-Fraktion) stagnieren weiter auf ihrem Rekordwert von 8 Prozent. Die gemäßigten Rechtspopulisten um Nigel Farage und Beppe Grillo (EFDD-Fraktion) fallen auf fünf Prozent. Vor allem im Vereinigten Königreich ist die Zustimmung für die EFDD nach dem Referendum über die Europäische Union gesunken.


Europa wächst mehr und mehr zusammen. Politische Phänomene wie Arbeitslosigkeit oder die Reaktion der Bürger auf ein Atomunglück wie das von Fukushima treten vermehrt in mehreren EU-Ländern zeitgleich auf. Dies wirkt sich auch auf das Wahlverhalten aus - es entsteht ein gesamteuropäisches Wahlverhalten. Deshalb macht es Sinn ein politisches Stimmungsbarometer für die EU28 zu entwerfen. Die Resultate basieren auf den Ergebnissen nationaler repräsentativer Umfragen aller EU28-Staaten. Stichtag ist jeweils der 30. Tag eines Monats. Statistisch weist dies natürlich deshalb Mängel auf, weil nicht immer Umfragen zur Europawahl, sondern nur zu nationalen Wahlen erhältlich sind. Hintergründe zu den verwendeten Umfragen erfahren Sie auf Anfrage unter tobias.schminke chez treffpunkteuropa.de. Details zu anderen regelmäßig erhobenen Analysen unter Europe Elects.

Fraktionszuordnung: Parteien, die bereits im Europäischen Parlament vertreten sind, werden jeweils ihrer derzeitigen Fraktion zugerechnet. Nationale Parteien, die derzeit nicht im Europäischen Parlament vertreten sind, aber einer europäischen Partei angehören werden der Fraktion der entsprechenden europäischen Partei zugeordnet. Parteien, die nicht im Parlament vertreten sind und bei denen die Zuordnung zu einer bestimmten Fraktion unklar ist, werden als „andere“ eingeordnet. Für die Bildung einer Fraktion sind mindestens 25 Abgeordnete aus mindestens sieben Mitgliedstaaten notwendig.

Datengrundlage: Soweit verfügbar, wurde bei der Sitzberechnung für jedes Land jeweils die jüngste Umfrage oder die jüngste Sitzverteilungsprognose zu den Wahlabsichten für das Europäische Parlament herangezogen. In Ländern, wo es keine spezifischen Europawahlumfragen gibt oder wo die letzte solche Umfrage mehr als drei Wochen zurückliegt, wurde stattdessen die jüngste verfügbare Umfrage für die Wahl zum nationalen Parlament verwendet. Liegen in Mitgliedsstaaten keine seit der letzten Parlamentswahl vor, wird das Wahlergebnis der jeweiligen Wahl herangezogen. Die Sitzverteilung wird entsprechend des jeweiligen Europawahlrechts ermittelt. In Frankreich wird die aktuellste Umfrage zu den Präsidentschaftswahlen herangezogen, wenn keine andere Umfrage zu Parlaments- oder Europawahlen innerhalb der letzten drei Wochen veröffentlicht wurde.

Europa wächst mehr und mehr zusammen. Politische Phänomene wie Arbeitslosigkeit oder die Reaktion der Bürger auf ein Atomunglück wie das von Fukushima treten vermehrt in mehreren EU-Ländern zeitgleich auf. Dies wirkt sich auch auf das Wahlverhalten aus - es entsteht ein gesamteuropäisches Wahlverhalten. Deshalb macht es Sinn ein politisches Stimmungsbarometer für die EU28 zu entwerfen. Die Resultate basieren auf den Ergebnissen nationaler repräsentativer Umfragen aller EU28-Staaten. Stichtag ist jeweils der 30. Tag eines Monats. Statistisch weist dies natürlich deshalb Mängel auf, weil nicht immer Umfragen zur Europawahl, sondern nur zu nationalen Wahlen erhältlich sind. Hintergründe zu den verwendeten Umfragen erfahren Sie auf Anfrage unter tobias.schminke chez treffpunkteuropa.de.

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